Interview Markranstädter Kinderfestverein

Interview mit Katrin Haenel

Wir wollen uns und unsere Vereinsarbeit vorstellen.

Oft tauchen Fragen auf: Wer ist der Markranstädter Kinderfestverein e.V., Was gehört alles zum Kinderfest? Womit beschäftigt ihr euch das ganze Jahr? Was fandet ihr gut/schlecht? Wie geht es weiter? Usw.

Heute startet unsere kleine Interview-Reihe mit einzelnen Mitgliedern des Markranstädter Kinderfestverein e.V. – Heute folgt das zweite Interview mit Katrin Haenel, Schriftführerin im Vorstand. Hier geht es zum ersten Interview mit Thomas Mamitzsch.

Redaktion: Wann warst Du das erste Mal beim Markranstädter Kinderfest?

Katrin Haenel: Das erste Mal beim Markranstädter Kinderfest war ich 1998. Ich hatte meinen Mann gerade kennengelernt. Als „Ur-Markranstädter“ war für ihn der Besuch der Festwiese ein „Muss“, da es für Markranstädter wie ein großes Klassen-/Schultreffen war. Von diesen 3 langen Abenden war ich sehr beeindruckt.

Wie viele Kinderfeste hast Du mitgestaltet?

„Passiv“ habe ich bereits seit 2003 am Kinderfest mitgearbeitet. Mein damaliger Arbeitgeber unterstützte das Kinderfest und stellte jedes Jahr einen Wagen für den Festumzug für einen Kindergarten. An der Gestaltung dieses Wagens habe ich 2003 und 2004 mitgearbeitet.

Nach dem Kinderfest 2004 bin ich dem Kinderfestverein beigetreten und habe bei der Gestaltung der Kinderfeste aktiv mitgearbeitet. Zuerst als Mitglied und später als Vorstand.

Warst du darüber hinaus als Wagenbauer tätig?

Seit 2005 haben mein Mann und ich mit Freunden viele Jahre einen Festwagen für Kindertagesstätten gestaltet. Dies machte immer sehr viel Spaß, war aber leider nach der Geburt unserer Kinder aus Zeitgründen nicht mehr möglich. Seit 2006 ist die Organisation des Festumzuges in meiner Verantwortung.

Welche Aufgaben als Erziehungsberechtigter mit mitwirkenden Kindern im Rahmen des Kinderfestes zu erledigen sind, ist mir seit 2012 aus eigener Erfahrung bekannt.

Wie finden deine Familie/Freunde dein Vereinsmanagement?

Meine Familie und Freunde kennen mich sehr gut und unterstützen mich, wo sie können. Sie können sich jedoch auch ein kleines Kopfschütteln an der einen oder anderen Stelle nicht verkneifen.

Die Arbeit im Kinderfestverein ist aber wie bei jeder Vereinsarbeit sehr zeitaufwendig. Die Organisation eines Festes beginnt immer sofort mit dem Ende eines Festes. Am zeitintensivsten sind die 2 Monate vor dem Kinderfest und da macht man natürlich auch Abstriche bei der Familie. Ziel ist immer alles unter einen Hut zu bekommen, aber das sorgt auch für Reibungspunkte. Das Kinderfest besteht dann nur noch aus Verpflichtungen der Vereinsarbeit und den Aufgaben, welche das Kinderfest für Eltern bedeutet. Ohne die Unterstützung der Familie, welche an diesen Tagen die Betreuung der Kinder gewährleistet, wäre dies nicht möglich.

Aufgrund des Alters meiner Kinder kann ich dennoch nicht bis Ultimo die Veranstaltungen abdecken, so dass ich auch hier bei der Unterstützung der Vereinsmitglieder an einigen Stellen Abstriche mache – des Familienfriedens wegen. Für das Verständnis der anderen Vorstandmitglieder/Mitglieder bin ich sehr dankbar.

Im Großen und Ganzen ist das Feedback zur geleisteten Arbeit aber positiv, da alle hinter dem Fortbestand des Kinderfestes stehen.

Wie bist du zum Markranstädter Kinderfestverein e.V. gekommen?

Durch meinen Mann bin ich zur Mitarbeit im Kinderfestverein gekommen. Nach einem Treffen mit einem im Vorstand aktiven Freund sagte er, dass immer Mitstreiter gesucht werden. Und so ging ich zu meiner ersten Sitzung des Kinderfestvereines und arbeite seitdem mit. Aus diesem Grund hält er sich mit Kritik meistens zurück.

Wo steckt dein meistes Herzblut drinnen?

Mein meistes Herzblut steckt im Festumzug. Zum Kinderfest 2003 habe ich das erste Mal an der Gestaltung eines Wagens mitgewirkt. Es ist ein unglaubliches Gefühl den fertigen Wagen im Umzug zu sehen. Viele Wagenbauer kennen den Stress der Vorbereitung und die Überlegung „Das war das letzte Mal.“. Diese wird meist nach dem Festumzug noch einmal überdacht und man baut doch wieder im nächsten Jahr einen Wagen.

Seit 2006 habe ich die Verantwortlichkeit für den Festumzug. In meine ersten „Festumzug – Jahren“ nahmen um die 15 Festwagen am Umzug teil. An den letzten Umzügen nahmen immer mehr als 20 Wagen teil. Das freut mich sehr. Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der Eltern zu, welche an der Gestaltung des Festumzuges mitwirken. Aber auch die Firmen, Vereine, Stadtverwaltung, Lehrer und Erzieher leisten die Arbeit zur Teilnahme an einem erfolgreichen Umzug. Das Ergebnis ist jedes Jahr ein toller Umzug mit glücklichen Teilnehmern und entschädigt für die im Jahr geleistete Arbeit.

Wie stehst du zu den ständigen Streckenänderungen?

Es ist ärgerlich, dass die Strecke des Festumzuges von Jahr zu Jahr kürzer wird. Aufgrund von Baustellen und fehlenden Personal bei der Polizei sind wir jedes Jahr gezwungen die beantragte Route zu überarbeiten und hoffen auf die Genehmigung des Kompromisses. Bisher hat das immer funktioniert, aber es kostet jedes Jahr Kraft, Zeit und Nerven.

Was wünschst Du Dir für das Markranstädter Kinderfest?

Für mich ist das Markranstädter Kinderfest eine über 100 Jahre alte Tradition. Auch wenn die Zeit schnelllebiger geworden ist und sich Dinge überholen, wünsche ich mir sehr, dass gerade in dieser turbulenten Zeit diese Tradition als Konstante für unsere Kinder erhalten bleibt.

Jedes Jahr brodelt die Gerüchteküche und es wird gesagt, dass es das letzte Kinderfest war. Das ärgert mich. Wir sind seit vielen Jahren mit einer Homepage und auf Facebook vertreten. Da kann man sich gerne informieren und/oder uns ein Feedback geben. Auch gerne kritisch-konstruktiv.

Die Festtage bedeuten für alle Beteiligten, die an einer erfolgreichen Durchführung des Kinderfestes mitwirken, nicht nur den Vorstand und die Mitglieder des Kinderfestvereins, sondern auch für Eltern, Direktoren, Lehrer, Kita-Leitung, Erzieher, Verantwortliche, Mitglieder der Vereine … viel Stress. Dies ist mir sehr wohl bewusst, da ich alle Seiten kenne. Ich wünsche mir sehr, dass dieser Stress nicht negativ und als Belastung gesehen wird, sondern als positiver Stress. Ziel von allen ist die Organisation eines tollen Festes für unsere Kinder.

Ich wünsche mir die „alten Zeiten“ zurück, als das Kinderfest für Markranstädter ein fester Eintrag im Kalender war.